Stürmischer Segelturn auf Spitzbergen

Stürmischer Segelturn auf Spitzbergen

Professor Leopold Füreder kommt gerade von einer Arktis-Expedition zurück, die er zusammen mit Kollegen der Naturmuseen Oslo und Trondheim erfolgreich durchgeführt hat. Das Ziel der letzten zwei Wochen war bislang nicht untersuchte Regionen der Inselgruppe Svalbard, zwischen 76° und 81° Nord gelegen, zu bereisen und ökologisch zu untersuchen. Alle Teilnehmer sind Biologen mit einer Vorliebe für das Spezialgebiet der Dipterenforschung. Die Dipteren (Zweiflügler, dazu gehören Fliegen und Mücken) sind auch jene Insekten, die am erfolgreichsten diese klimatisch-unwirtlichen Gebiete besiedeln. Die Extreme des dort herrschenden Klimas wurde den Expeditionsteilnehmern mehr als verdeutlicht: wegen der Unzugänglichkeit der ins Auge gefassten Ziele mussten diese mit einem Segelboot angesteuert werden. So wurden zu manchmal äußerst stürmischen Bedingungen Hunderte Kilometer West- und Nordküste Svalbards abgefahren, dazwischen gab es immer wieder Landausflüge, um die entsprechenden Ökosysteme zu untersuchen und Fliegen und Mücken einzusammeln. Im natürlichen Lebensraum des Eisbären muss man mit einem scharf-geladenen Großkalibergewehr bewaffnet sein, eine entsprechende Einschulung sowie ein Sicherheitstraining sind am Beginn der Reise vorgeschrieben.
Leo Füreder’s diesjährige Untersuchungen sind eine Fortsetzung der Erforschung der Fließgewässerökosysteme in kalten Regionen, die ihn schon seit 2004 auch nach Svalbard führen. Dabei geht es um aktuelle Themen wie Biodiversität (d.h. welche Arten können in diesen Lebensräumen überhaupt leben, mit welchen Eigenschaften sind sie ausgestatten, damit das möglich ist), der strukturellen und funktionellen Organisation der Organismen, die Nahrungsnetze in verschiedenen Gewässertypen unter unterschiedlichen Klimaszenarien, sowie die Abschätzung möglicher Auswirkungen der Klimaveränderung. Diese von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften teilfinanzierte, stürmische Reise brachte ihm nicht nur tolle Begegnungen mit Eisbären – zum Glück in sicherer Entfernung! – sondern auch kostbare Proben aus Gewässern ein, die noch nie jemand untersucht hat.

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