Archiv für den Begründer des Radikalen Konstruktivismus

Das Brenner-Archiv der Uni Innsbruck beherbergt über 200 Nachlässe und Sammlungen, unter anderem mit Dokumenten von Karl Kraus, Georg Trakl oder Ludwig Wittgenstein. Seit vergangenem Jahr zählt auch der umfangreiche Nachlass des Philosophen und Kommunikationswissenschaftlers Ernst von Glasersfeld (1917-2010) zu den Schätzen des Archivs.

Ernst von Glasersfeld

Ernst von Glasersfeld

Am 22. März wird nun das Ernst-von-Glasersfeld-Archiv in den Räumlichkeiten der Claudiana in der Innsbrucker Altstadt im Beisein von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle offiziell eröffnet. Leihgeber und Nachlassverwalter sind Theo Hug (Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung, Universität Innsbruck) und Josef Mitterer (Institut für Philosophie, Universität Klagenfurt).

Der in München geborene Philosoph gilt gemeinsam mit Heinz von Foerster als Begründer des Radikalen Konstruktivismus, einer Erkenntnistheorie, die davon ausgeht, dass Realität für den einzelnen immer nur eine Konstruktion aus Sinnesreizen und den Leistungen des Gedächtnisses und Wahrnehmung nicht das Abbild einer vom Bewusstsein unabhängigen Realität ist.

Im April 2008 erhielt der damals 91-Jährige das Ehrendoktorat der Universität Innsbruck. Die „Stadt am Inn“ habe neben den akademischen Verbindungen auch etwas Heimatliches für ihn, sagte der Philosoph damals, denn „sie war Jahre lang der Ausgangspunkt für unsere schönsten Skifahrten in den österreichischen Gletschern.“ Seine letzte Gletschertour machte er im Alter von 81 Jahren auf die Ötztaler Wildspitze.

Ernst von Glasersfeld auf der Wildspitze.

Ernst von Glasersfeld auf der Wildspitze.