Quantenchaos in ultrakalten Gasen entdeckt

Auch einfache Systeme wie neutrale Atome können chaotisches Verhalten zeigen. Das hat ein Team um Physikerin Francesca Ferlaino mit Hilfe der Quantenmechanik entdeckt. Die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte, bahnbrechende Forschungsarbeit eröffnet neue Wege, die Wechselwirkung von Quantenteilchen zu betrachten.

aus iPoint – Online-Zeitung der Universität Innsbruck Quantenchaos in ultrakalten Gasen entdeckt

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75 Jahre Novemberpogrom

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75 Jahre Novemberpogrom

Die Innsbrucker Universitäten luden gestern zu einer Gedenkstunde anlässlich 75 Jahre Novemberpogrom: Damals passierte das Unvorstellbare, auch in Innsbruck. Jüdische Geschäfte wurden zerstört, jüdische MitbürgerInnen wurden von den Nationalsozialisten heimgesucht, misshandelt, Richard Berger, Richard Graubart, Josef Adler und Wilhelm Bauer umgebracht. Für den Rektor der Universität Innsbruck, Tilmann Märk, eine der dunkelsten Stunden in Tirol: „Zumindest einer der Mörder, Gerhard Lausegger, war ein Student der Universität Innsbruck. Diese Tatsache, aber auch die gesamte Entwicklung der nationalsozialistischen Vereinnahmung der LFU lastet schwer auf dieser, unserer Alma Mater. Dieses Geschehen bleibt für immer ein schwarzer Fleck in unserer, fast 350 jährigen Geschichte. Gerade als Universität haben wir eine höhere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Gerade hier sollten Kritikfähigkeit, Toleranz und objektive Wahrheit herrschen. Und gerade hier sollten Fehlentwicklungen in der Gesellschaft rechtzeitig erkannt, aufgezeigt und wenn nötig bekämpft werden. Wir haben mit dem Medizinstudenten Christoph Probst, Mitglied der studentischen Widerstandsgruppe ‚Weisse Rose’ ein leuchtendes Beispiel in dieser Hinsicht, der im Herbst 1942 an seinen Bruder schreibt: ‚Lebe auch in diesem kommenden Jahr, im tiefen Vertrauen, dass alles sinnvoll ist, und einem keine Zufälligkeiten im Leben begegnen, dass alle Kämpfe letzthin für das Gute ausgefochten werden. Wenn unsere Augen auch nicht so weit blicken, es erkennen zu können.”

Humboldt-Professur für Physikerin

Francesca Ferlaino

Francesca Ferlaino

Der Quantenphysikerin Francesca Ferlaino von der Universität Innsbruck wurde eine Alexander von Humboldt-Professur zuerkannt. Das ist mit fünf Millionen Euro der höchstdotierte deutsche Forschungspreis. Deutschland will mit den Humboldt-Professuren international erfolgreiche Spitzenforscherinnen und -forscher an seine Universitäten holen.

Mehr dazu: Humboldt-Professur für Physikerin

Stürmischer Segelturn auf Spitzbergen

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Stürmischer Segelturn auf Spitzbergen

Professor Leopold Füreder kommt gerade von einer Arktis-Expedition zurück, die er zusammen mit Kollegen der Naturmuseen Oslo und Trondheim erfolgreich durchgeführt hat. Das Ziel der letzten zwei Wochen war bislang nicht untersuchte Regionen der Inselgruppe Svalbard, zwischen 76° und 81° Nord gelegen, zu bereisen und ökologisch zu untersuchen. Alle Teilnehmer sind Biologen mit einer Vorliebe für das Spezialgebiet der Dipterenforschung. Die Dipteren (Zweiflügler, dazu gehören Fliegen und Mücken) sind auch jene Insekten, die am erfolgreichsten diese klimatisch-unwirtlichen Gebiete besiedeln. Die Extreme des dort herrschenden Klimas wurde den Expeditionsteilnehmern mehr als verdeutlicht: wegen der Unzugänglichkeit der ins Auge gefassten Ziele mussten diese mit einem Segelboot angesteuert werden. So wurden zu manchmal äußerst stürmischen Bedingungen Hunderte Kilometer West- und Nordküste Svalbards abgefahren, dazwischen gab es immer wieder Landausflüge, um die entsprechenden Ökosysteme zu untersuchen und Fliegen und Mücken einzusammeln. Im natürlichen Lebensraum des Eisbären muss man mit einem scharf-geladenen Großkalibergewehr bewaffnet sein, eine entsprechende Einschulung sowie ein Sicherheitstraining sind am Beginn der Reise vorgeschrieben.
Leo Füreder’s diesjährige Untersuchungen sind eine Fortsetzung der Erforschung der Fließgewässerökosysteme in kalten Regionen, die ihn schon seit 2004 auch nach Svalbard führen. Dabei geht es um aktuelle Themen wie Biodiversität (d.h. welche Arten können in diesen Lebensräumen überhaupt leben, mit welchen Eigenschaften sind sie ausgestatten, damit das möglich ist), der strukturellen und funktionellen Organisation der Organismen, die Nahrungsnetze in verschiedenen Gewässertypen unter unterschiedlichen Klimaszenarien, sowie die Abschätzung möglicher Auswirkungen der Klimaveränderung. Diese von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften teilfinanzierte, stürmische Reise brachte ihm nicht nur tolle Begegnungen mit Eisbären – zum Glück in sicherer Entfernung! – sondern auch kostbare Proben aus Gewässern ein, die noch nie jemand untersucht hat.

Komet von 3000er-Gipfel aus beobachtet

Der Komet PanSTARRS kann derzeit bei gutem Wetter in der Abenddämmerung auch auf der Nordhalbkugel beobachtet werden. Tiroler Experten sind der dichten Wolkendecke über Österreich entflohen und haben den Kometen von einem 3000er-Gipfel im hinteren Ötztal aus beobachtet.

PanSTARRS Expedition – March 15th, 2013, Oetztal – Austria from Christoph Malin on Vimeo.

Mehr dazu: http://www.uibk.ac.at/public-relations/presse/archiv/2013/372/

Sauerstoffmangel verstellt innere Uhr

Biologische Vorgänge in Lebewesen passen sich dem Tagesverlauf an. Diese innere Uhr wechselwirkt mit zellulären Prozessen, die bei Sauerstoffmangel aktiviert werden. An Zebrafischen deckten Forscherinnen und Forscher um Margit Egg vom Institut für Zoologie der Universität Innsbruck nun erstmals diesen direkten Zusammenhang auf molekularer Ebene auf.

aus iPoint – Online-Zeitung der Universität Innsbruck Sauerstoffmangel verstellt innere Uhr